Tansania 2004

04/12/2004 bis 31/12/2004

21/12/2004

Sansibar

Gestern morgen um 05:30 Uhr hat unsere erste Fahrt ins “Freie Afrika” begonnen (ohne Tour, ohne Guide, außerhalb von Nationalparks). Nach sieben Tagen Safari haben uns sieben Stunden Busfahren natürlich nichts mehr anhaben können. Die Fahrt von Moshi nach Dar es Salam war aber noch der angenehmste Teil, denn schon am Busbahnhof wurden wir von einem Geschwader schwachsinniger Touristenärgerer abgefangen, die auf Teufel komm raus versucht haben uns überteuerte Tickets für die Fähre zu verkaufen – erfolglos versteht sich. Anstrengend war es aber trotzdem.

Die Überfahrt nach Sansibar war zwar länger als erwartet, hat uns aber die nützliche Bekanntschaft eines netten, älteren Taxi-Fahrers ermöglicht, der uns bei Ankunft direkt einem vertrauenswürdigen Kollegen übergeben hat. Bei der Einfahrt in den Hafen bot Stone Town, die Altstadt von Sansibar Town, einen fast venezianischen Anblick.

Trotz der Matratzen-Warnung im Reiseführer haben wir uns für das Pyramid Guesthouse entschieden, das mitten im Gewirr der teils nur ein Meter breiten Gassen Stone Towns liegt. Dem alten Araberhaus wurde zu Recht Ambiente und ein Lob für die schöne Dachterasse mit einem herrlichen Blick über die Stadt zugesprochen. In der stickig schwülen Nacht haben wir von neueren Matratzen und Air-Condition geträumt.

22/12/2004

Nach einem guten Frühstück haben wir uns zur Erkundung Stone Towns aufgemacht und die Gassen durchstreift, die zu einem großen Teil mit Buden vollgestopft sind, die grauenhafte Bilder verkaufen. Der restliche Teil ist aber wunderschön: Alte, halbverfallene Häuser mischen sich mit kleinen Moscheen und Wohnhäusern mit reich verzierten arabischen Türen.

Jetzt müssen wir nur noch versuchen, trotz der gerade beginnenden Hoch-Saison ein Stückchen Strand und eine Hütte im Norden der Insel zu erobern.

Wir wünschen Euch allen schöne Weihnachtstage und einen guten Rutsch ins neue Jahr, und vielen Dank für Eure Emails und frohen Botschaften!

26/12/2004

Frohe Weihnachten!

Über die schlechteste Schlaglochpiste Sansibars haben wir vor ein paar Tagen den Weg von Stone Town nach Nungwi bestritten. Obwohl hier alles ziemlich ausgebucht ist, hatten wir das Glück, schon im ersten Hotel, den Paradise Bungalows, ein Zimmer zu bekommen. Dennoch sind die Strände hier alles andere als ausgebucht: Außer ein paar ungeschickten Verkäufern, die einem Henna-Tatoos, Fußballtrikots aus Kenia oder Cashewnüsse anbieten wollen, trifft man nicht allzu viele Touristen.

Die Nordspitze der Insel bietet den heiß ersehnten weißen Sandstrand – leider ohne Palmen. So brennt die Sonne hier ungehindert alles nieder, was nicht im Schatten oder unter Wasser ist. Das Hirn kocht in der Schale und wir schrumpfen jeden Tag ein Stückchen. Dafür gibt es hier extrem leckere Gerichte mit allem, was das Meer zu bieten hat.

Leider hat sich die weihnachtliche Kunde auch bis hierher verbreitet: Alle Restaurants scheinen nach Absprache nur noch eine CD mit amerikanischen Gehirnwäsche- oder Folter-Weihnachtsliedern zu spielen (“The Christmas Polka, lalala”). So haben wir uns am Weihnachtsabend das akustische Gewitter mit Cocktails und Calamari versüßt.

Heute haben wir einen kleinen Ausflug nach Kendwa gemacht, das ein paar Kilometer weiter südlich an der Westküste liegt. Eigentlich wollten wir dort direkt hin, hatten aber kein Zimmer reservieren können. Daran hat sich bei unserem Besuch vor Ort leider nichts geändert. Der Strand dort ist noch schöner und leerer. Bei Ebbe kann man sogar von Nungwi aus am Strand entlang laufen.

30/12/2004

Da Strom und Internet hier Mangelware sind, haben wir uns eben erst in den “Internet Club” aufgemacht und haben von den schrecklichen Nachrichten aus Indonesien und Südostasien gehört. Uns geht es auf jeden Fall gut! Hier haben wir weder in Form von Nachrichten noch in Form einer großen Welle davon mitbekommen. Anfang der Woche hatte jemand von dem Gerücht einer Flutwelle in Indonesien berichtet. Auf unsere Nachfragen an einheimische Fischer wurde uns nur gesagt, dass das Meer um diese Jahreszeit immer höher sei…

So haben wir die letzten Tage hier vollends sorglos verbracht und konnten auch endlich wieder tauchen. Das Meer hat hier wunderschöne Korallengärten zu bieten, die in zarten Violett-und Rottönen gehalten sind. Ein weiterer Tauchgang, zu dem wir auf einer Nussschale bei unruhigem Seegang gebracht wurden, sollte uns das (hier) berühmte Riff der Leven Bank zeigen. Leider verlief die Strömung vom Riff weg, so dass wir nach ein paar Korallen 40 Minuten lang nur blaues und völlig fischfreies Wasser um uns hatten. Dafür wurden wir auf dem Rückweg durchaus entschädigt. Eine Schule Delphine sprangen um unser Boot, aber nur um den eigentlichen Star anzukündigen: Waaaalhai! Das sechs bis sieben Meter lange Jungtier konnten wir mit Schnorchel und Maske in voller Pracht bewundern, bevor es sich mit ein paar eleganten Flossenschlägen unseren Blicken entzog.

Jetzt liegen noch zwei Tauchgänge an den steilen Wänden des Mnemba-Atolls vor der Ostküste Sansibars und ein entspannter Samstag am Strand vor uns. Dann ist der Urlaub auch raw HTML omitted schon raw HTML omitted vorbei und wir müssen am Sonntag Morgen den langen und beschwerlichen Weg nach Hause antreten: Mit dem Taxi werden wir zurück nach Zanzibar Town fahren und von dort aus mit einem Inlandsflug nach Dar es Salaam (“Hafen des Friedens”) fliegen. Dort können wir dann praktischer Weise vom gleichen Terminal aus über Addis Ababa nach Frankfurt zurück in den Winter fliegen.

Bis dahin wünschen wir Euch einen guten Rutsch ins Neue Jahr und ein schönes Wochenende!