Tansania 2004

04/12/2004 bis 31/12/2004

04/12/2004

Kilimandscharo

Entgegen der gängigen Meinung, dass man bei Ethiopian Airlines nur ein Hinflugticket buchen müsste, weil man den Rückflug nicht erleben wird, hatten wir eine angenehme und problemlose Reise. Davon könnte Iberia sich einiges abgucken! Die Probleme lagen eher bei den Mitreisenden, die sich zu einem unüberschaubaren Anteil aus schwer erziehbaren Kindern und überforderten Eltern zusammensetzten. So waren wir über 12 Stunden lang ohne Unterlass einem schrecklichen Kinder- und Kleinkindergeschrei ausgesetzt.

05/12/2004

Die erste Landung bei unserem Zwischenstop in Addis Ababa war sanft und wie erwartet. Seltsam war nur, dass einige unserer Mitreisenden darüber so erfreut waren, dass sie dem Piloten persönlich für die gute Landung danken wollten. Sie sprachen von der besten Landung, die sie je in Addis hatten. Das löste bei uns eine gewisse Unruhe vor der nächsten Landung am Kilimandscharo Airport aus. Aber auch die war in Ordnung und auch dort verlief alles reibungslos – abgesehen von der riesigen Kakerlake, die während des Ausfüllens der Visa neben uns von der Decke stürzte.

Leider war es noch zu dunkel und zu bewölkt, um direkt einen Blick auf den Kilimandscharo werfen zu können. Aber während der Fahrt ins Springland Hotel konnten wir kurz nach Sonnenaufgang zwischen den Wolken den schneebedeckten Gipfel sehen: Er war sehr viel weiter oben als erwartet). Der Weg führte an knallrot blühenden Christmas-Trees (nein, keine Tannen) vorbei durch die Stadt Moshi, die angeblich 200.000 Einwohner hat, sich aber von den landstraßensäumenden Budendörfern nur durch die Anzahl der Straßen unterscheidet. Gerade als wir einen großen, fiesen Geier am Straßenrand sahen, hielt der Fahrer an – Springland Hotel.

Wir haben ein gutes Zimmer bekommen und das Hotel hat alles was man braucht: Wasserflaschen, Swimmingpool und Internet. Den Großteil des Tages haben wir aber verschlafen. Das Abendessen haben wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Zum Glück: Es gab indisches Essen!

13/12/2004

Gestern sind wir von unserem kleinen Bergausflug zurückgekehrt: Die Füße sind offen und voller Blasen, der Rücken ein schmerzendes Brett, die Beine können nicht mehr bergauf gehen und halten vor Treppen einfach an. Aber kein Wunder, nachdem wir uns fast fünf Tage lang mehr als 30km bergauf geschleppt haben und den ganzen Weg am Ende in 11 Stunden wieder runter mussten. Aber wir haben es geschafft!

In der Nacht auf Samstag hatten wir um Mitternacht bei leichtem Schneefall die letzten Etappe begonnen. Mit Stirnlampen haben wir uns wie eine Lichterkette sechs Stunden lang in völliger Dunkelheit eine Flanke des Kilimandscharo hochgequält. Nach ein paar Felsen über die wir noch klettern mussten, was bei der dünnen Luft in 5600m Höhe ziemlich anstrengend war, haben wir am Gillman’s Point den Kraterrand erreicht. Die Belohnung erfolgte durch den wunderschönen Sonnenaufgang, der die Gletscherfelder und Schneeflanken des Uhuru Peaks (der Gipfel des Kilimandscharo) in orangenes Licht tauchte. Leider befanden wir uns zu diesem Zeitpunkt noch mehr als 200 Höhenmeter unterhalb von Uhuru. Neunzig kräftezehrende Minuten später standen wir dann endlich (leider inmitten eines Eissturms) auf der höchsten Stelle Afrikas.

Nach einem Foto wurde uns unangenehm bewusst, dass wir es zwar geschafft hatten, aber immer noch oben standen. Die darauf folgenden anderthalb Tage waren nur dem Abstieg gewidmet. Mit der schwindenden Höhe wurde zwar einiges einfacher, aber die Füße und Beinmuskeln mussten dran glauben.

Glücklicherweise konnten wir unsere Safari, die eigentlich heute schon beginnen sollte, um einen Tag verschieben. So sitzen wir jetzt wieder im Springland Hotel trinken Cola und Kilimanjaro Beer und haben etwas Zeit uns zu entspannen und die Blasen trocknen zu lassen, bevor wir eine Woche im Zelt leben müssen. Hoffentlich wird es nicht regnen.