Südafrika 2022

10/12/2022 bis 31/12/2022

11/12/2022

Kapstadt

14/12/2022

Garden Route

Es hat eine ganze Weile gedauert bis wir die Ausläufer Kapstadts hinter uns gelassen haben. Die Fahrt ist deprimierend. Die Wellblechviertel der Townships bestehen aus einem endlosen Meer kleiner Wellblechhäuschen, das nur von der Autobahn und dem Horizont begrenzt wird. Überall stehen improvisierte Strommasten, von denen Kabel in jede Hütte führen. Es gibt Satellitenfernsehen, aber vermutlich kein fließendes Wasser. Die Zustände muten noch unmöglicher an, wenn man weiß, dass ein paar Kilometer weiter – noch in derselben Stadt – die Leute mehr Komfort in ihren Garagen für ihre SUVs haben als hier ganze Familien.

Später wird die Umgebung zwar ländlicher, aber nicht besonders aufregend. Unser nächster Stopp Hermanus kündigt sich als langgezogener Ort an der Schnellstraße an. Im Ortskern gibt es ausschließlich Touristen. Wären wir nicht eben noch in Kapstadt gewesen, hätten wir uns auf Sylt oder in Knogge vermutet. Nur unser schönes Hotel Auberge Burgundy sieht aus wie eine alte französische Villa, die sich verirrt hat.

Der hoch gelobte Küstenwanderweg, hat sich als asphaltierter Streifen entpuppt, der direkt unterhalb der Promenade durch die steile Uferböschung führt. Auf den sieben Kilometern ist jeder Meter Meerblick mit schicken Ferienhäusern bebaut. Darunter beginnt direkt ein dichtes Gestrüpp windschiefer Hecken, das bis zum felsigen Ufer reicht. Nach einer Weile wird es etwas einsamer und man könnte auf jeder, der 130 Parkbänke eine kontemplative Pause mit Meerblick machen. Gegen Ende des Weges liegen kleinere Badebuchten, wo furchtlose Familien so tun, als hätte das Wasser eine angenehme Temperatur. Dahinter öffnet sich die Küste zu einem riesigen Strand, wo wir uns ein wenig zum Verbrennen in die Sonne gelegt haben, bevor wir alles wieder zurückgelaufen sind.

15/12/2022

Die Strecke nach Wilderness wurde vom Reiseführer als „abwechslungsreicher" Abschnitt der schönen Garden Route erwähnt. Das Unwort des Urlaubs stand damit fest, nachdem wir mehrere Stunden durch abgeerntete Getreidefelder gefahren sind. Das war nicht so abwechslungsreich. Später haben ein paar grüne Wiesen und Wälder fast schon Eifelflair erzeugt. Wir hatten zwischendurch die Sorge, wir hätten die falsche Route genommen: Autobahn statt Scenic Route?

Wilderness selbst muss seinen Namen vor langer, langer Zeit bekommen haben. Aber immerhin ist der Ort so klein und zerstreut, dass es sich nicht ganz so touristisch anfühlte. Unser Guesthouse Mes Amis liegt auf einem Hügel und hat eine Terrasse wie eine Loge hoch über dem Meer. In einem weiten Bogen erstreckt sich der Strand endlos in beide Richtungen. Die Wellen brechen sich schon weit draußen und ziehen lange, weiße Streifen durch die tolle Bucht.

Ein Weg führt von unserem Haus steil durch die Böschung hinunter zum Strand. Wir sind eine Ewigkeit spazieren gegangen ohne auch nur ansatzweise irgendwo anzukommen. Das Wasser ist hier schon deutlich wärmer als am Kap, vermutlich macht der Indische Ozean hier schon seinen Einfluss geltend. Von unserer Terrasse aus konnten wir den Sonnenuntergang und mit ein paar Stunden Schlaf dazwischen auch den noch viel schöneren Sonnenaufgang am anderen Ende der Bucht bewundern.

16/12/2022

Unser nächster Stopp an der Garden Route war Storms River. Der Weg dorthin war ähnlich „abwechslungsreich" wie die bisherigen Strecken. Der winzige Ort liegt mitten im Tsitsikamma Nationalpark. Die Gegend sieht genauso aus wie das Hohe Venn: Aufgeforstete Nadelhölzer wechseln sich mit Mooren und Heide ab. Es schien als würde im Nationalpark auch kräftig abgeholzt, aber laut Karte das waren dann nicht geschützte Bereiche im Schutzgebiet.

An der Küste gibt es einen schönen Wanderweg zu einem Wasserfall. Der Trampelpfad verliert sich nach einer Weile und es geht nur noch über große Steine am Strand entlang. Das Meer schleudert sich wild gegen die Küste. In dem eiskalten Pool des Wasserfalls konnten wir uns vor dem Rückweg etwas abkühlen.

Die Wanderung zu einer hübschen Hängebrücke, deretwegen wir eigentlich gekommen waren, hat sich als langweiliger, kurzer Spaziergang herausgestellt. Neben einem Campingplatz gibt es auch ein großes Imbisszelt, wo sich die Einheimischen warmtrinken, bevor sie die halbe Stunde über Stege aus Holzimitat aus Plastik (!) zur Brücke stolpern, um ein Foto zu machen.

Wir waren gerade rechtzeitig zurück, als der Regen anfing, der dann nicht mehr aufhören wollte. Die vielen tropischen Pflanzen in dem schön bewachsenen Garten unserer Unterkunft wirkten im Regen so richtig zuhause. Und das leicht stockige Zimmer erklärte sich so auch.

17/12/2022

Es hatte sich so richtig eingeregnet, und die Wanderungen am Storms River Mouth hatten wir schon bei der Ankunft gemacht. Daher sind wir von der Wetterkarte geleitet nach Plettenberg Bay gefahren. Und tatsächlich klarte es in dem Moment auf, als wir auf der Robberg Halbinsel ankamen.

Der Park ist eine kleine Ausgabe vom Kap in Kapstadt. Heide erstreckt sich über steile Felsen über wilden Stränden. Schön angelegte Wege führen oben über die Klippen. Aus der Tiefe tönte das Röhren der Robben zu uns hoch. Ein bisschen Regen hatten wir zwar doch, aber der hörte bald schon wieder auf, als wir über den langen Strand trockenen Fußes zu einer kleinen Insel gingen. Dort ist das Reich der Möwen, die auf den Klippen brüten und sich in starkem Wind um die besten Plätzestreiten. Ein Schild warnt vor „Freak Waves" - leider (oder zum Glück?) haben wir keine gesehen.

18/12/2022

Addo

21/12/2022

Drakensberge

24/12/2022

St. Lucia

26/12/2022

Kosi Bay

28/12/2022

Sodwana Bay

30/12/2022

Incwala in Eswatini