Am frühen Abend sind wir mit dem Nachtbus nach Uyuni gestartet. Anfangs dachten wir, der üble Ruf der Straße sei vollkommen übertrieben, aber nach ein paar Stunden sind wir nur noch über eine holprige Schotterpiste gebrettert. Es ist erstaunlich, dass der Bus das mehr als einmal aushält. Wir durften noch bis Sonnenaufgang im Bus weiterschlafen und konnten dann um 5 Uhr das Kaff Uyuni langsam aufwachen sehen.
Unsere Gruppe bestand aus 4 weiteren Gästen (2x Bolivien, 1x Spanien, 1x Sachsen), einem Fahrer und einer lethargischen Köchin in einem dicken Jeep. Den Rest des Tages haben wir mit Fahrten durch den Salar de Uyuni verbracht. Die Salzwüste erstreckte sich zu allen Seiten bis zum Horizont, wo die umgebenden Berge durch Fata Morganas zu schweben schienen. Ein ganzer Tag lang nur überirdisches Weiß und Blau.
Mitten im Salz erhebt sich die Fischerinsel, die über und über mit Kakteen bewachsen ist, die mehr als 10m hoch werden. Rund herum reicht das Salz wie ein trockenes Meer an die Ufer der Insel.
Die erste Nacht haben wir in einem Bau von landestypischer Trostlosigkeit verbracht. Das Wellblechdach war so schlecht befestigt, dass der heftige Wind einen Höllenlärm gemacht hat. Aber wir konnten warm duschen.

16/12/2008
Der zweite Tag führte uns durch das bolivianische Hochland. Die Landschaft erinnert mit ihrer grandiosen und endlosen Kargheit stark an Tibet. Die steinige Einöde ist von verdörrten Grasbüscheln übersät. Sie dienen den Lamas und Vicuñas, die immer wieder vereinzelt in der Gegend herumstehen und Jeeps hinterher gucken, als Nahrung.
Obwohl mit dem Salar das Pflichtprogramm eigentlich schon abgehakt war, hatte das Hochland immer wieder tolle Überraschungen für uns parat. So zum Beispiel die Laguna Colorada, eine salzigweiß umrandete Lagune, die durch Mineralien blutrot gefärbt ist und sich mit pinken Flamingos schmückt.
Die zweite Nacht waren wir in einem noch trostloseren Gebäude untergebracht. Diesmal ohne Wasser, dafür aber im Sechserzimmer. Wenigstens konnten wir ein paar Minuten einen Steckdosenplatz für den Kamera-Akku erobern.

17/12/2008
Der dritte Tag begann schon um vier Uhr morgens, damit wir pünktlich zum Sonnenaufgang an den Geysiren von “Sol de Mañana” sein konnten. Dort öffnet sich auf 4800m die Erde, um aus einer blubbernden, grauen Suppe heißen Dampf in die kalte Luft zu jagen. Ein vollkommen unwirklicher Ort, der sich in Duft fauler Eier hüllt.
Anschließend durften wir durchgefroren und ungewaschen in heißen Quellen auf unser Frühstück warten. Nach zwei Tagen Staub war das eine Wohltat.
Später sind wir die chilenische Grenze entlang zur Laguna Verde gefahren. Bei richtigem Wind- oder Sonnenstand (man ist sich nicht einig) soll sie sich smaragdgrün färben. Wir konnten zwar ein zartes Türkis bewundern, doch die Bedingungen schienen nicht gereicht zu haben. Dennoch ein schöner Ort.
Zurück in Uyuni wurden wir erstmal von dem Busunternehmen geschockt, die offenbar unsere Buchung nicht erhalten hatten. Glücklicherweise haben sie uns doch noch mitgenommen, so dass wir wieder eine Nacht im Bus verbringen durften.
