Die Nacht hat mal wieder viel zu früh aufgehört, weil wir um halb fünf zum Busbahnhof mussten, um von Arequipa nach Nazca zu kommen. Wir hatten die besten Plätze in einem Panoramabus, so dass wir die Fahrt richtig genießen konnten.
Zuerst ging die Fahrt in Richtung Pazifik, wobei sich die dürre Vegetation erstaunlicherweise noch immer weiter zurückgezogen hat. Als es dann schon richtig heiß und trocken war, ist dem Bus ein Reifen geplatzt. Zwischen leblosen, sandigen Bergen mussten wir einen unfreiwilligen Halt einlegen. Praktischerweise hatten wir ein Ersatzrad an Bord, so dass es recht schnell weiterging.
Kurz darauf kam endlich das Meer in Sicht. Wo der endlose Pazifik an Perus Küstenwüste stoßen will, trennt sie nur noch die Panamericana, die wir im Folgenden ein paar Stunden entlanggefahren sind. Ab und zu rauschten kleine Fischerdörfer an uns vorbei, im Großen und Ganzen ist die Gegend aber ziemlich leer.
Nazca selbst ist ein extrem reizloses Städtchen. Sogar die Plaza de Armas, mit der sonst noch versucht wird, Flair herzustellen, ist extrem trostlos. Wenn die Kirchen nicht schon von den Spaniern gebaut wurden, gilt es einfach nicht. Dafür scheint der Ort aber von der Hitze angenehm gelähmt zu sein. In unserem Hotel Camiluz haben wir eine tolle, super saubere Unterkunft mit Ankleidezimmer und väterlicher Fürsorge vom Chef.

Nazca-Linien
05/01/2009
Nazca-Linien
Das kleine Kaff Nazca ist einen Besuch wert, weil sich hier die weltberühmten Nazca-Linien befinden - mehrere tausend Jahre alte Linien, Symbole und Abbildungen, die in den kargen Boden gekratzt wurden. Die Motive sind teilweise über hundert Meter lang.
Bei einem Rundflug in einer kleinen Cessna konnten wir die Artefakte aus der Luft betrachten. Es hat zwar jeder einen Fensterplatz, aber damit man auf beiden Seiten alles gut erkennen kann, fliegen die Piloten über allen Bildern so steile Kurven, dass man das Fenster unter sich hat; einmal links rum, einmal rechts rum. Wir sind der Empfehlung gefolgt, das Frühstück auf nachher zu verschieben. Die Frau ganz hinten im Flugzeug hatte diesen Tipp offensichtlich nicht berücksichtigt und musste ihren Mageninhalt daher in einer Tüte mit sich herumtragen.
Trotzdem war der Flug sehr beeindruckend. Inmitten dieser kargen Landschaft tauchen plötzlich in den Boden geritzte Affen, Vögel, Wale, perfekte Spiralen und Menschen auf. Durch Straßen, Erosion und ausgetrocknete Wasserwege herrscht ein ziemliches Durcheinander, aber die meisten Bilder sind gut zu erkennen. Man beginnt unwillkürlich zu rätseln, wozu sie gedient haben mögen. Aber wenn man die Götter im Himmel wähnt und ihnen eine Freude machen will, ist der Boden eigentlich keine schlechte Leinwand.
