Der Weg in den Süden Indiens führt über Delhi. Daher konnten wir nur einen halben Tag an den Ghats rumlungern und die Läden der Altstadt nach Saris und Süßigkeiten durchpflügen. In beiden Fällen fündig geworden, blieb noch Zeit für eine weitere Ehrung. Der Preis für die ekelhaftesten Straßenköter geht an … Varanasi!
Nach einem kurzen Flug nach Delhi endete unsere Taxi-Fahrt mit einem wenig sprachbegabten Fahrer vor einem geschlossenen Hotel. Der Rest der unhübschen Gegend, die sich zart an die Pfeiler der Flughafen-Autobahn schmiegt, bestand leider aus teureren Hotels. So sind wir unfreiwillig zu einer Nacht in einem “echten” Hotel gekommen - mit sauberen Laken, vollausgestattetem Badezimmer und etwas, das wir uns in den letzten, durchfrohrenen Nächten immer wieder gewünscht hatten: Einem Heizlüfter.
05/01/2008
Wieder in Delhi konnten wir den Vormittag nutzen, ein weiteres Versäumnis nachzuholen. Bei unserem vorherigen Aufenthalt mussten wir die Qutb Minar aus Zeitgründen von der Besichtigungsliste streichen. Diesmal hat es zeitlich so gut geklappt, dass wir sogar die ersten Besucher waren und die schöne Parkanlage nur mit Papageien, Tauben und Streifenhörnchen teilen mussten.
Die Qutb Minar ist ein gigantisches Minarett aus dem 13. Jahrhundert. Der über 70 Meter hohe Turm aus roten Steinen ist reich mit Arabesken verziert und sehr eindrucksvoll. Heute steht das Minarett, das der aufgestellten Tafel nach bescheiden als das “perfekte Vorbild für alle Minarette der Welt” beschrieben wird, in einer mit Ruinen geschmückten Parklandschaft.

Mit dem Einfall der asiatischen Touristengruppen sind wir zum Lotus-Tempel gefahren. Angesichts des näherrückenden Fluges hat uns die extrem zähe Rush Hour schwitzen lassen. Beim Lotus-Tempel ist der Name Programm. Von außen erinnert er daher ein wenig an die Oper in Sidney, von innen sieht er leider aus wie eine amerikanische Mega-Church, was der Flyer, der vor allem die Soundanlage anpreist, noch unterstreicht.