Angola 2026

05/09/2026 bis 26/09/2026

24/09/2026

Rückweg

In Soba hat unser langer Rückweg angefangen. Wir mussten über die anstrengende, steinige Piste zurück zur EN100 und sind dann direkt bis Lubango durchgefahren. Obwohl es auf dem Weg bis zur Kante des Hochlands eigentlich gar keine Orte gibt, waren überall Menschen unterwegs. Im Busch lagen viele verstreute Hütten, und wenn man zufällig Holzkohle braucht, könnte man sich alle paar Kilometer eindecken. Wenn man stattdessen einen ruhigen Stein für seine Notdurft sucht, muss man sehr viel weiter fahren.

Ins Inland fahrend tauchten bald die Silhouetten von Bergen und dem Hochplateau auf. Wir haben noch versucht so viele Lastwagen wie möglich zu überholen bevor wir wieder in die endlosen Serpentinen der Serra de Leba kamen. Dahinter liegt für angolanische Verhältnisse eine recht fruchtbare Gegend mit dem schönen Namen Humpata. Dort kann man am Straßenrand statt Maniok und Mais zur Abwechslung mal Erdbeeren kaufen.

In Lubango haben wir wieder im schönen Pululukwa Resort übernachtet. Dieses mal hatten wir mehr Zeit für Spaziergänge in dem großen Gelände, und sind auf Gazellen, Zebras (und Zesel!) und Äffchen gestoßen.

25/09/2026

Im letzten Moment hatten wir erfahren, dass wir unser Auto gewaschen zurückgeben sollten. Zugegebenermaßen war das nötig. Von den diversen Fahrten im Gelände hatte sich eine so dicke Schicht feinen, gelben Staubs aufs Auto gelegt, dass wir schon tagelang nicht mehr durch Rückfenster gucken konnten. Wir sind ein bisschen durch Lubango gefahren, um eine Autowäsche zu bekommen und sind in einem Hinterhof fündig geworden. Da war ein geniales kleines Geschäftszentrum entstanden: Während sich eine ganze Mannschaft mit Wasserspritzen, Staubsaugern, Sprays und Bürsten über die dreckigen Autos hermacht, kann man im zugehörigen Café etwas essen und (wie die meisten Autofahrer) ein paar Bier trinken. Ein Barbier gehörte auch dazu, so dass man die Zeit auf jeden Fall sinnvoll nutzt. Nach über einer Stunde sah unser Auto aus wie ein Neuwagen.

Wir hatten das Schlimmste befürchtet, aber die Rückgabe des Autos war rekordverdächtig schnell. So konnten wir noch ein bisschen zu den Zebras und Straußen in unserem Hotel spazieren, bevor wir zum Flughafen mussten. Am Freitag Abend war in Lubango viel los. Überall waren Leute unterwegs, vor allem in allen Schlangen vor den Geldautomaten. Der Flughafen war ziemlich klein und genauso schlecht beleuchtet wie unser schrottiges Taxi.

Der Flug Luanda war schnell und hatte die Verspätung sogar wieder rausgeholt. Da wir erst kurz vor Mitternacht ankamen, hatten wir unseren treuen Senhor Lopes gebeten, uns abzuholen. Diesemal war die Fahrt in die Stadt völlig anders. Die smogige, stinkende, verstopfte Straße war vollkommen leer. Wir konnten die 50km nach Luanda durchbrettern ohne zu bremsen. Keine Minibuse, keine Menschen, keine improvisierten Märkte, kein Abgas.

In Luanda sind wir Kululwa House im Regierungsbezirk abgestiegen, ein kleines Hotel mit wenigen Zimmern in einem ehemaligen Privathaus. Es lag direkt zwischen dem großen, rosa kapitolartigen Kuppelbau des Parlaments und dem raketenartigen Denkmal für Agostinho Neto.

26/09/2026

Auch beim zweiten Anlauf konnte Luanda uns nicht überzeugen. Überall waren große, stinkende Baustellen, und sogar das Neto Mausoleum war geschlossen. Gleich daneben wurde gerade ein weiteres sagenhaft hässliches Denkmal fertiggestellt. Am Wochenende hatten auch alle Museen zu, so dass es sogar schwierig war, sich nur einen halben Tag lang die Zeit zu vertreiben. Also haben wir es gemacht wie all Luandaner und sind auf die Ilha gefahren.

Mit einem Heetch sind wir unkompliziert und diesmal völlig stressfrei zum Flughafen gekommen. Dort haben wir unsere letzten Kwanza für zwei letzte Cuca Biere ausgegeben und auf ein gelungenes Abenteuer angestoßen.